Rating & Controlling

Vollrating

Was meinen wir mit Rating?Vollrating

Bei der Vokabel „Rating“ denken wir intuitiv an die großen Agenturen Standard&Poor‘s, Moody’s oder Fitch. Uns stehen die Buchstaben-Kolonnen AAA bis C vor Augen und die enorme Macht, die von Up- and Downgrades dieser Agenturen ausgeht.

Tatsächlich ist ein Rating nichts anderes als die Aussage über die Wahrscheinlichkeit der Zahlungsfähigkeit innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums, zum Beispiel innerhalb der nächsten zwölf Monate. Technisch definiert ist sie über das gegenteilige negative Ereignis, den default oder credit event.

In der oben stehenden Übersicht endet der „grüne Bereich“ des Investment Grade bei Baa3 oder BBB-. Das entspricht einer Wahrscheinlichkeit der Zahlungsunfähigkeit oder einer probability of default (PD) von etwa 0,5%. Mithin wird eines von 200 Unternehmen dieser Risikokategorie in den nächsten zwölf Monaten seinen Zahlungsverpflichtungen nicht pünktlich nachkommen. Dabei sind zwei Aspekte wichtig:

  • Mit einer PD ist keine Aussage über die konkrete Zahlungsfähigkeit des betrachteten Unternehmens getroffen. Es ist lediglich eine Kategorisierung des Risikos vorgenommen worden. Denn tatsächlich ist Zahlungsfähigkeit digital: Das Unternehmen kann pünktlich zahlen oder es kann nicht.
  • Die PD trifft keine Aussage über den Ausfall der Investoren. Wenn das zahlungsunfähige Unternehmen zum Beispiel von einem strategischen Investoren übernommen wird, der alle Schulden deckt, kommt es trotz Zahlungsunfähigkeit zu gar keinem Ausfall für die Investoren.

Wann macht ein Vollrating Sinn und welche Unterstützung kann CFP dabei leisten?

Investoren wissen, dass attraktive Renditen nur möglich sind mit der Bereitschaft, Risiken zu akzeptieren. Wer sind diese Investoren?

  • Banken, die Kredite vergeben
  • Institutionelle Investoren, die in Schuldtitel investieren
  • Kleinanleger, die Industrieanleihen kaufen
  • Lieferanten, die Zahlungsziele akzeptieren, um das Geschäft nicht zu verlieren
  • etc.

All diese Investoren sind auf eine akkurate Risikomessung angewiesen. Die Akkuratesse lebt jedoch weniger von Fleiß und viel manueller Tätigkeit. Sie lebt vor allem von intelligenten Risikomodellen und einer validen statistischen Basis. Ist beides vorhanden, lässt sich Risikomessung in hohem Maße standardisieren.

Diese Standardisierung reduziert zum einen bei dem betrachteten Unternehmen die Kosten und die gebundene Management-Kapazität. Es schafft zum anderen bei den Investoren die notwendige Stabilität für die Investment-Entscheidung.

Der Aufwand, den die drei großen Agenturen bei ihren Ratings treiben, ist für große Publikums-Konzerne notwendig und angemessen. Er ist jedoch bei dem Gros der mittelständischen Unternehmen nicht notwendig.

Ratings stehen typischerweise auf drei analytischen Säulen:

  • Dem Zahlenwerk des Rating-Subjektes, sprich seinen Bilanzen, Zwischenzahlen und Budgets
  • Den Unternehmens-Spezifika jenseits des Zahlenwerks, zum Beispiel der Mitarbeiter- und Management-Struktur, der Prozess-Qualität und Innovations-Kultur, der Kunden- und Lieferanten-Situation etc.
  • Dem Markt-, Wettbewerbs- und Konjunktur-Umfeld

CFP hält für alle drei analytischen Säulen Standard-Lösungen vor resp. arbeitet mit Partnern zusammen, die diese Lösungen bieten. Im Ergebnis bietet CFP den Zugang zu einem vollwertigen Rating, jedoch zu einem deutlich günstigeren Preis und mit spürbar weniger Aufwand als heute üblich.

Soft factors Rating

Makroprozessmodell

Abbildung 1

Vorwiegend in der Zukunft liegt das Potenzial, einen Kredit termingerecht und vollständig zurück zu zahlen. Gerade deshalb sind qualitative Ratingkriterien („Weiche Faktoren“) für eine prospektive Ratingpolitik zentral. Unter weichen Faktoren werden nicht quantifizierbare Kriterien verstanden, die unter dem finanziellen Treiberbaum die Entwicklung des Unternehmens nachhaltig beeinträchtigen können (s. Abb. 1).

Treiberbaum

Abbildung 2

CFP analysiert als professioneller Outsourcing-Partner für renommierte mittelständische Finanzinstitute insbesondere die weichen Erfolgs- und Risikokriterien, die für die zukünftige Unternehmensentwicklung ihrer Kreditkunden wichtig sind (s. Abb. 2). Mit Hilfe dieser weichen Faktoren kann die Bank meist zukünftige Unternehmenskrisen mit längerem Vorlauf vorhersagen als auf Basis von Finanzzahlen, die auf die Vergangenheit ausgerichtet sind. Dadurch hilft CFP zum einen, den Bankingcase zu plausibilisieren und zum anderen, das Kreditrisiko zu senken.

 

Soft-factor-Rating_1

Abbildung 3

Der standardisierte Ratingprozess wird technisch unterstützt durch das CFP Ratingportal. Das erhöht die Valididät der Ratinginformationen durch die Online-Erhebung. Zudem ermöglicht es dem Ratingobjekt, mit einer hohen Wirtschaftlichkeit und einem hohen Convenience-Grad an der Messung teilzunehmen. Als wichtigen Mehrwert erhält das Ratingobjekt nach der Messung Zugang zu ihrem digitalen Benchmark-Scorecard-Cockpit (s. Abb. 3) mit handlungsorientierten Informationen bezüglich ihrer Verbesserungspotenziale in allen relevanten Ratingdimensionen (s. Abb. 4).

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Abbildung 4

Das wertbewusste Rating mittelständischer Unternehmen auf Basis von harten und weichen Faktoren ist eine Dienstleistung der CFP als Mitglied der European Independent Rating Agencies (EIRA).

Für welche Anwendungsbereiche eignet sich das CFP-Rating?

  • Plausibilisierung eines Banking Cases
  • vertiefte Analyse des Kreditrisikos bei Unternehmen mit Crossboarder-Bonität
  • M&A-Projekten
  • Private Equity Investments
  • Debt Advisory
  • Integrated Value Management

Warum macht die Nutzung des CFP-Ratings Sinn?

  • Die Qualität der Risikomessung ist wissenschaftlich bestätigt
  • Das Rating wird organisch in bestehende Ratingprozesse integriert.
  • Das Rating wird von einem neutralen Dritten vorgenommen. Es ist dadurch weniger angreifbar bei Prüfungen durch Dritte.
  • Das Rating wird extern durchgeführt und spart in der täglichen Durchführung Kapazitäten.
  • Das Rating ist objektiver fundiert und entlastet interne Stellen von langwierigen Diskussionen um Subjektivismen; auch das spart Kapazität.
  • Das Rating wird extern validiert und weiterentwickelt.
  • Das Rating liegt in der Cloud; auch das spart Kapazität bei der Wartung.